4 Säulen, die meine Karriere tragen

Ich möchte Karriere machen. Ich möchte erfolgreiche Schauspielerin / Schauspieler werden. Wie geht das?“ Eine Frage, die mir, sowohl von Studenten, als auch von schon im Beruf stehenden immer wieder gestellt wird. Hier eine erste kurze Bestandsaufnahme…

Eine gelungene Karriere im künstlerischen Bereich – wie auch in jeder anderen Branche – stützt sich auf vier Säulen:

Säule I – Das prinzipielle Verständnis für die Branche, in der ich mich bewege und reüssieren möchte. Kenne ich die Strukturen und Spielregeln nicht, sind Missverständnisse, falsche Entscheidungen und dadurch auch Frustration vorprogrammiert.

Säule IITalent, Technik und Können sind Kernfaktoren! Für manchen mag es frustrierend sein, dass es nie den Punkt gibt, wo man sich zurücklehnen und „jetzt bin ich fertig“ sagen kann. Denn auch Weiterbildung und laufendes Training sind essentiell. Nicht jede Ausbildung ist lückenlos und auch die persönliche (Weiter-)Entwicklung spielt eine gewichtige Rolle.

Säule III – Die übliche Reaktion auf das Thema Selbstvermarktung ist allzu oft „wieso muss ich mich auch noch darum kümmern, ich will doch Künstler sein.“ Das ist nachvollziehbar, jedoch ist man als Künstler Einzelunternehmer und trägt Verantwortung für sein kleines Unternehmen. Häufig herrscht aber auch einfach Unklarheit darüber, was damit eigentlich gemeint ist.

Säule IVHaltung und Einstellung zum Job sind eine Säule und gleichzeitig das Fundament. Wie ich mit mir umgehe, welche Gedanken ich immer wieder denke, ist ausschlaggebend für mein Vorankommen. Jede Erfahrung wird auf die eine oder andere Weise abgespeichert. Das Wenigste passiert bewusst. Falsche Glaubenssätze behindern die freie Entfaltung. Sich diese Themen anzusehen, ist in jedem Stadium der Karriere wichtig.

Zusammenfassend – Es nützt nichts, wenn nur einer der Bereiche gut und solide dasteht. Hält das Fundament nicht, oder ist eine der Säulen wackelig, stürzt das Haus ein, lässt sich nicht ausbauen, oder macht zumindest durch andauernde Reparaturen Ärger. Es geht – wie immer – um die Balance!

Was kann man tun? – In meinen Beratungen sehen wir uns genau diese Balance an, lokalisieren Schwachstellen, bearbeiten aktuelle Probleme und entwicklen eine Strategie für die nächsten Schritte. Klarheit ist in diesem Zusammenhang ein Schlüsselwort – vieles wird durch eine neue Betrachtungsweise klarer und es wird somit deutlich, wohin der Fokus zu lenken ist.

Kontakt: Sabine Hellepart, T +43 699 10 10 88 27 oder per Mail: office@hellepart.com – gerne auch mal unverbindlich anrufen.

Fotomaterial … die Essenz

Das Fundament eines professionellen Auftritts nach außen!

Mit Überraschung habe ich festgestellt, dass es noch gar keinen Blog-Post zum Thema Portraitfotos gibt! – Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mit meinen Klienten regelmässig darüber spreche und – durch Beratung bei Vorbereitung und Fotoauswahl – praktisch laufend im Thema verhaftet bin.

Also höchste Zeit! Ist doch das Fotomaterial eines Künstlers DAS wichtigste Marketingtool!

Zu Beginn Generelles zum „Warum“: Jeder kennt Logos wie den Mercedes-Stern, das Starbucks-Zeichen oder das Mc-Donald’s M – ohne dass es einer weiteren Erklärung bedarf, weiß man was dahinter steht, was man bekommt, wenn man sich dafür entscheidet. Ähnlich verhält es sich mit einem Portrait: es sollte dem Betrachter einen umfassenden Eindruck der Person vermitteln. Jedes Portrait erzählt eine Geschichte. Im Idealfall eine ansprechende, positive, interessante. Das ist beim Generaldirektor oder der Vorstandsvorsitzenden eines großen Unternehmens nicht anders. Sie repräsentieren die Linie ihres Unternehmens. Je nachdem ob das Set-Up eher formell oder lässig geprägt ist, sagt das etwas über die Firmenkultur und die Persönlichkeit aus. Gerade in großen Unternehmen wird hier nichts dem Zufall überlassen.

Beim Künstler / der Künstlerin ist das nicht anders – nur dass es sich hier um (s)ein Einzelunternehmen handelt. Was in diesem Fall „erzählt“ und vermittelt werden sollte, ist das Paket, das die Casterin, der Regisseur, der Intendant erwarten darf, wenn es zu einem Engagement kommt.

Die No-Gos sind somit logischerweise Beliebigkeit, zu wenig Vorbereitung, nicht überdachtes Set-Up, Unaktualität und unprofessionelle Mittel. 

In meinen Seminaren verwenden wir einen guten halben Tag auf die Analyse des vorhandenen Materials aller Teilnehmer und legen mit der Typ-Image-Analyse die Basis für eine klare Positionierung. Ausgestattet mit Checklisten hat jede und jeder danach die perfekten Voraussetzungen für ein erfolgreiches und stimmiges Fotoshooting. 

Es gibt zu dem Thema unendlich viel zu sagen – die Pflicht ist die Zusammenarbeit mit einem professionellen Fotografen, die Kür, und hier wird es dann spannend, ist die individuelle Vorbereitung und Strategie sowie schlussendlich die Auswahl der richtigen Fotos – damit sich die Persönlichkeit optimal und eindrucksvoll vermittelt!

Nächster Workshop: 21./22. September 2018

Gedanken zum Thema Prokrastination

In der Zwickmühle zwischen Things-to-do und Überforderung

Prokrastination ist in aller Munde, ja mittlerweile als psychologisches Problem anerkannt. Es gibt Ratgeber, wissenschaftliche Studien und Lehrstühle zu der Thematik und viele Menschen holen sich bereits professionelle Unterstützung bei Coaches und Beratern.

Jeder von uns war und ist damit in seinem Leben früher oder später konfrontiert und für viele ist es ein täglicher Kampf mit Prioritäten- und To-do-Listen. Doch diese scheinen nicht das optimale Handwerkszeug zu sein. Ein guter Grund einen genaueren Blick auf die Problematik zu werfen.

Einleitung

Vereinfacht gesagt, bedeutet Prokrastination: Ich schiebe Dinge auf, verzettle mich in Ersatzhandlungen und vertage Wichtiges auf den nächsten Tag … und den nächsten und den nächsten.

Aber, was ist denn wirklich wichtig? Wer sagt, was für mich wichtig ist? Und wäre jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt?

Für mich spielen daher Bewertung, Klarheit und Individueller Ansatz eine wichtige Rolle. Denn vielleicht geht es zu aller erst darum, Klarheit über seine Ziele zu gewinnen. Jene Dinge die sich schon seit langem auf der To-do-Liste befinden einer genauen Prüfung zu unterziehen und erst danach zur Erledigung zu schreiten bzw. mir zu überlegen, wie ich es angehen kann.

Grundproblematik

Prinzipiell kann alles aufgeschoben werden: Die Buchhaltung, der Fitnessplan, die gute Ernährung, die Registrierung auf einem Jobportal, das Mail an die Caster, die neuen Portraitfotos, die Bewerbung bei einer Agentur, die Überarbeitung meines Auditionmaterials, der notwendige Arztbesuch, der Anruf bei meinem Steuerberater, die Durchsicht der Banküberweisungen – um unvollständig einiges aufzuzählen.

Doch ist es wirklich sinnvoll, alles undifferenziert auf eine Liste zu setzen? Schließlich gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen einer überschaubaren Aufgabe, wie dem Abheften von Belegen und einer komplexen wie die Suche nach dem passenden Auditionmaterial.

Die Situation des Künstlers

Während der Ausbildung und auch im späteren Proben- und Produktionsprozess sind Künstlerinnen und Künstler ganz klaren Strukturen unterworfen. Aber danach und dazwischen stehen sie vor ganz anderen Herausforderungen. Sie sind plötzlich ein kleines Unternehmen, sollten sich permanent optimieren und zusätzlich vermarkten. Vor dem Hintergrund einer meist nicht kalkulierbaren Zukunft, geht es darum sich die Arbeitszeit einzuteilen, seinen persönlichen Arbeitsstil zu finden und mit regelmässig wechselnden Situationen zurecht kommen zu müssen. Darauf war man nicht vorbereitet und hat auch gar keine Tools dafür zur Hand.

Stolpersteine

Oftmals lässt einen die Angst vor dem Scheitern und vor dem Misserfolg, Dinge nicht angehen. Bei manchen ist es sogar die Angst vor dem Erfolg, der mit Verantwortung verbunden ist und den man sich vielleicht (noch) nicht so wirklich zugesteht. Dann gibt es den hohen persönlichen Anspruch, den Wunsch nach Perfektion, der einen gar nicht erst beginnen lässt.

Und vielleicht geistert da auch noch so ein prinzipielles Gefühl herum, dass man gar nicht das Leben führt, das man gerne führen würde. Dann wird die To-do-Liste eigentlich unbewältigbar. Die Ziele, die man sich setzt, kann man gar nicht mehr erfüllen. Misserfolg und Selbstverachtung für das Nicht-Geschaffte sind die Folge.

Überforderung

Wir leben in einer Zeit des Überangebots. Informationen aus dem Netz und den sozialen Plattformen prasseln ungefiltert und zeitlich uneingeschränkt auf einen ein. Das Handy liegt neben dem Bett und mache nehmen es sogar mit auf die Bühne. Kann man bei dieser ständigen Reizüberflutung überhaupt so bei sich sein, um wichtige Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und sich klar darüber zu werden, was für einen selbst wichtig und richtig ist?

Unter diesen Umständen wäre Prokrastination eigentlich der durchaus verständliche Selbstschutz der Psyche vor zu großen Anforderungen bzw. die Verweigerung auf Grund von Überforderung.

Der nächste Artikel widmet sich dann zehn möglichen Strategien, wie man das Thema konkret und individuell für sich angehen könnte.

Drei Tipps für erfolgreiche Auditions

Immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert, wie man zu mehr Auditioneinladungen kommt und was ein erfolgreiches Vorsprechen ausmacht. Egal, ob beim Film oder im Theaterbereich gibt es drei wichtige Kriterien:

1. Gut sein

Klingt nach Binsenweisheit, aber was passiert, wenn ich eine wirklich gute Audition abliefere? Man lernt alle Facetten meines Könnens kennen! Mehr kann ich für den Moment eigentlich nicht erwarten. Das ist das Optimum. Denn selbst, wenn ich den Job, aus welchen Gründen auch immer, nicht bekommen habe – ich bleibe in positiver Erinnerung, ich habe eine gute Visitenkarte abgegeben und kann daher recht sicher sein, wieder eingeladen zu werden. Folglich ist es besser eine Audition abzusagen, wenn man nicht optimal vorbereitet oder krank ist. Weil auch der schlechte Eindruck bleibt in Erinnerung.

2. Vorbereitet sein

Der zweite Punkt ist natürlich untrennbar mit dem ersten verbunden. Ein gutes Casting ist nur mit entsprechender Vorbereitung möglich – und diese beginnt nicht erst ein paar Tage vor einem Vorsprechen, sondern ist ein andauernder Prozess. Das bedeutet generell: regelmässiges Training, auch zum Beispiel in Cold Reading damit ich in spontanen Situationen sattelfest bin sowie laufende Überprüfung und gegebenenfalls Erneuerung meines Auditionmaterials. Und am Tag selbst selbstverständlich aufgewärmt und präsent ins Casting gehen. Spannend wird ein Vorsprechen für Regie und Caster dann, wenn man wirklich in die Komplexheit der Szene eingestiegen ist und einen Weg gefunden hat, aus der erarbeiteten Rolle etwas Besonderes zu machen. Womit wir wieder bei 1. wären …

3. Entspannt sein

Etwas, von dem man meint, es sich nicht aussuchen oder einfach beschließen zu können. Aber spinnen wir den Gedanken doch einmal weiter. Fakt ist, dass Anspannung  in jedem Fall wahrgenommen wird. Und es ist verständlich, wenn sich Produzenten, Caster und Regisseure für jemanden entscheiden, der sich offensichtlich in der Situation, mit seinem Tun und in seiner Haut wohlfühlt. Also gilt es herauszufinden wie man dahin kommt! Sollte man sich den Kopf mit Zweifeln, die Konkurrenz und allen anderen möglichen Faktoren rund um den Castingprozess,  zermartern? Eher nicht. Vielmehr sollte der Fokus auf alle jene Dinge gelenkt werden, die man beeinflussen und positiv für sich nützen kann. Hier schließt sich der Kreis zu Punkt zwei. Hat man Freude mit sich und an seinem Beruf, ist man mit seinem Material vertraut – dann kann sich Selbstbestätigung einstellen und diese wird zu 100% in der Castingsituation spürbar.

Talent ist, seine Fähigkeiten mit Selbstvertrauen auszuüben.

Selbstzweifel und negative Gedanken blockieren dabei. Sicherheit gewinnen, Risiken eingehen und somit das volle Programm mit Freude durchziehen können – das ist das Ziel.

Kommende Themen im Blog

Prokrastination ist momentan in aller Munde. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Studien und Anleitungen, wie man damit umgeht bzw. die Aufschieberitis bewältigt.

Das Thema ist jedenfalls komplex! Ich möchte mich in den nächsten Wochen jenen Aspekten die Schauspielerinnen und Schauspieler betreffen widmen. Habt ihr konkrete Problemstellungen und Erfahrungsberichte – dann schickt sie mir gerne mit dem Kontaktformular!

Auch noch dieses Jahr wird es eine Artikelserie zum Thema Agentur und  Management geben, wo Fragen wie zum Beispiel ‚Wie finde ich die richtige Agentur für mich‘ oder ‚Was ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit‘ beantwortet werden.

Beides, meiner Ansicht nach, relevante Punkte und vielleicht genau richtig für den Jahresausklang.

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„Ich möchte meinen Studenten helfen zu entdecken, was sie unverwechselbar macht.“

Die bekannte Mozart-Sängerin und Dozentin Malin Hartelius sagte im heutigen Ö1 Interview auf die Frage, wie man das vermitteln kann und worauf es in einem Künstlerleben ankommt:

„Man muss zuerst wirklich sehen, was man vor sich hat. Sehr behutsames begleiten. Die Konkurrenz ist heute so hoch und die Medien sehr präsent und ich glaube es geht uns allen so – vor allem junge SängerInnen und Musikern. Die große Gefahr ist, dass man anfängt sich zu vergleichen mit anderen. Wir haben Vorbilder, was auch sehr gut ist, die sollen wir auch haben, aber jeder ist wirklich einzigartig. Es gibt niemanden, der ist wie ein anderer. Jeder hat etwas ganz besonderes. Und ich sage meinen Studenten sie haben hier drin einen einzigartigen Schatz mitbekommen und es geht darum diesen Schatz zu entdecken, erkennen und ganz behutsam damit umzugehen und zu pflegen und nicht weh zu tun.“

Auf dem gleichen Ansatz basiert meine Beratung für Marketing und Karriereplanung.

Nach einem Vorgespräch erarbeiten wir in einem längeren Termin all jene Themen die für den Erfolg als Künstlerin / Künstler wichtig sind. Wir besprechen Präsentationsmaterial, wie Fotos und Lebenslauf, Wünsche und Problemstellungen – und auch persönliche Themen haben hier Platz.

Ziel ist, mit jedem Künstler, jeder Künstlerin eine individuelle Strategie für die eigene Karriere, für den ganz persönlichen Weg, zu entwickeln!

5 Schritte zum Karriereboost im Sommer

Ist der Sommer wirklich der richtige Zeitpunkt um nur auf der faulen Haut zu liegen? Vielleicht kann man ja auch die ruhigere Zeit nutzen, um sich fit zu machen, seine Unterlagen zu überarbeiten und Strategien zu entwickeln, wohin es gehen soll und wie man das Gewünschte erreichen kann.

Viele haben im Juni ihr Schauspielstudium abgeschlossen, freuen sich über das Diplom und den Erfolg. Doch wohin geht es jetzt? Habe ich wirklich alles, was ich brauche und erfüllt es die Kriterien der Branche? Wie mache ich mich ‚da draußen‘ bekannt?

Andere denken generell über ihre Karriere nach, ob ihr Material die Anforderungen erfüllt oder ob es vielleicht neue Impulse und Inspiration braucht.

Deshalb biete ich in den Monaten Juli bis September Beratung im kostengünstigeren Doppelpack an. Also einfach einen Kollegen / eine Kollegin finden und einen Termin vereinbaren. In den vier bis fünf Stunden werfen wir einen genauen Blick auf die Karriere und alles drumherum.

Im Vorfeld bitte ich um Zusendung von Fotos, Lebenslauf, Showreel (falls vorhanden), Links zu Website und Social-Media-Profilen – und auch von individuellen Fragestellungen, die belasten und daher besprochen werden wollen.

In fünf Schritten erarbeiten wir Strategien für einen erfolgreichen Start in den Herbst:

  1. Generelles zur Branche
  2. Warum Selbstvermarktung so wichtig ist und was ich (leicht) selbst tun kann
  3. Feedback zu Lebenslauf, Fotomaterial und Showreel (inkl. Tipps zu Social Media)
  4. Essentielles für die erfolgreiche Bewerbung & das Vorsprechen
  5. Individuelle Thematiken und persönliche Fragestellungen

Das Ziel ist, konkrete und leicht durchführbare Maßnahmen zu finden und so mit einem guten, ja perfekten Plan und stimmigem Material in den Herbst starten zu können!

 

Einzelcoaching
Dauer: 4-5 Std.
Investition: € 450,— inkl. MwSt.

– Sommerspecial –
Coaching im Doppelpack „bring a friend“-Bonus *)
Dauer: 4-5 Std.
Investition: € 500,— (für 2 Personen) inkl. MwSt.

*) dieses Angebot gilt in den Monaten Juli / August / September 2017
Limitierte Anzahl von Terminen!

Info & Anmeldung:

Das „No-money“-Mantra und andere blockierende Glaubenssätze

Wer lange in der Branche tätig ist, hat viel gesehen und erlebt. Neben den Freuden des Berufs, gibt es allerdings auch recht viele Möglichkeiten, Frust anzusammeln. Und wenn man nicht aufpasst, kann sich aus einer kleinen Verletzung eine nicht heilen wollende Wunde entwicklen, die sich in Zynismus und Verbitterung manifestiert.

Es gilt auf die Haltung zu achten, in die Aktion zu kommen, statt mehr oder weniger passiv auf das, was um einen herum passiert, zu reagieren. Kein möglicher Arbeitgeber umgibt sich gerne mit Menschen, die schlechte Energie mitbringen und die Stimmung herunterziehen. Im Endeffekt kann einem das den Weg zu zukünftigen Jobs verbauen.

Mantra 1: Künstler haben kein Geld.
Sicherlich ist der Künstlerberuf durch seine Unstetigkeit mit vielen Risiken verbunden und ich möchte hier nichts klein reden. Die Kulturbudgets werden allgemein gekürzt, die Produzenten stehen unter Druck und geben diesen 1:1 an die DarstellerInnen weiter – meist gleich mit dem Ausfallsrisiko im Doppelpack.

Aber: Jeder selbständige Unternehmer steckt in einer ähnlichen Situation, muss seinen Markt bearbeiten, Werbung für sich machen, netzwerken und seine Finanzen im Griff haben. Dass sich KünstlerInnen gerne als die mit den schlechtesten Karten hinstellen, macht jedoch klein und aus der (Opfer-)Rolle des armen Künstlers agiert sich sehr schlecht.

Mantra 2: Die wissen ja eh schon, wen sie nehmen.
Ein Zitat, das ich oft höre und jedesmal mit großer Begeisterung zu entkräften suche. Generell frage ich mich, warum diese Annahme DarstellerInnen so leicht über die Lippen kommt. Will ich mir selbst das Leben madig machen? Jeder arbeitet gerne mit Menschen zusammen, die er kennt, von denen man weiß, woran man ist. Aber nichts spricht dagegen, ein so überzeugendes Vorsprechen abzuliefern und andere neugierig darauf zu machen, (erstmals) mit einem zu arbeiten – sei es gleich oder in der Zukunft!

Mantra 3: Früher war alles besser.
Ich widerspreche nicht der Tatsache, dass sich die Zeiten geändert haben. In der Nachbetrachtung war früher alles langsamer, persönlicher und erscheint uns dadurch qualitativer. Es bringt aber nichts Gewesenem hinterher zu jammern. Jede Zeit hat ihr Vor- und Nachteile und sowohl die nostalgische Rückschau als auch das Nörgeln an der Gegenwart blockiert mich, aktiv, im hier und jetzt zu leben! Es geht darum, die gegenwärtigen Bedingungen wahr zu nehmen und damit umzugehen.

Natürlich kann jeder individuell für sich entscheiden, was er/sie ablehnt oder nicht braucht. Ich schreibe diesen Blog auf meinem iPhone im Bus. Mir kam der Gedanke, ich konnte ihn gleich umsetzen und ‚zu Papier‘ bringen. Mobilität und Flexibilität ist etwas, das ich – trotz kritischer Betrachtung einiger Tendenzen unserer Zeit – sehr genieße. Dafür bestelle ich keine Bücher bei Amazon, sondern mache mich jedesmal auf den Weg zu meinem Buchhändler.

Es kann daher insgesamt heilsam sein, die Gedanken immer wieder einer kritischen Analyse zu unterziehen, damit unbedacht immer wieder Gedachtes nicht tatsächlich zur traurigen Realität werden.

Die Dos und Don’ts für das persönliche Schreiben

Im letzten Blogartikel war ja schon vom Begleitschreiben die Rede… Und just am nächsten Tag flatterte wieder ein Bewerbungsmail für die Agenturvertretung herein, das die Anforderungen gleich in mehreren Punkten nicht erfüllte.

Was macht also ein gutes Anschreiben, egal ob Email oder Brief, aus? Gibt es formale Vorschriften, was muss es enthalten und was sollte man unbedingt weglassen?

Wer meint, das wäre egal, weil der Lebenslauf und das Foto ja für sich sprächen, der irrt. Erfüllt mein Mail an einen Regisseur, Intendant oder Caster gewisse Kriterien nicht, ist das Risiko hoch, dass mein toller CV mit meinem hochprofessionellem Portrait gar nicht geöffnet wird – einer der Nachteile des digitalen Zeitalters.

Hier daher die wichtigsten No-Gos:

  • Keine oder unpersönliche Anrede. In Zeiten des World Wide Web gibt es keine Entschuldigung, einen Namen nicht recherchiert zu haben. Der Eindruck der vermittelt wird ist klar: ich habe wahllos Bewerbungen verschickt.
  • Zu lang. Es mag zwar für mich persönlich wichtig sein, schon als kleine Ballettmaus gewusst zu haben, dass ich auf die Bühne will – die/den CasterIn interessiert das herzlich wenig.
  • Day Jobs. Ja, der Anfang als SchauspielerIn ist schwer und jeder weiß, dass man sich zu Beginn mit anderen Jobs über Wasser halten muss. Diese Jobs haben aber weder auf dem CV noch in einem Bewerbungsbrief für Bühne und Film etwas zu suchen.
  • Superlative, Prahlereien und Sich-mit-fremden-Federn-Schmücken, sollte man tunlichst vermeiden.

Vielmehr sollte ich kurz und sympathisch meinem Gegenüber die Chance geben, mich kennen zu lernen. Meine Persönlichkeit steht im Vordergrund. Der/die LeserIn soll eine Idee davon bekommen, wie eine Zusammenarbeit mit mir wäre. Da ein Großteil der Bewerbungen diese simplen Kriterien nicht erfüllt, habe ich bereits mit einem gut geschriebenen Mail die Chance aus der Masse herauszustechen!

Egal ob in einem Brief/Mail, einem Telefonanruf, einem Social-Media-Posting oder bei einer Audition – es geht immer darum eine Beziehung aufzubauen. Dessen sollte man sich immer bewusst sein!

Warum ein Lebenslauf nicht genug ist

Es gibt viele Gelegenheiten, zu denen ich mich als Künstlerin/Künstler in schriftlicher Form präsentieren muss. Alles was ich aus der Hand gebe, erzählt etwas über mich. Neben dem Fotomaterial ist der Lebenslauf das wichtigste Marketingtool und deshalb sollte dem auch die nötige Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Zuallererst denkt man sicherlich an den klassischen CV, in tabellarischem Aufbau, der formale Anforderungen erfüllen muss und den man für Bewerbungen verwendet. Hier gibt es ganz klare Regeln, wie er auszusehen hat und welche Dinge man vermeiden sollte.

Eine Biographie für ein Programmheft muss da schon ganz andere Kriterien erfüllen. Und die „Über-mich“-Einträge in den Social-Media-Profilen sind dann nochmal etwas anderes.

Als Agentin überarbeite ich die Biographien meiner Künstler spezifisch für jeden Anlass. Manchmal gilt es Dinge explizit in den Vordergrund zu rücken – etwa die langjährige Zusammenarbeit mit einem bestimmten Regisseur – oder Schwerpunkte in der bisherigen Arbeit zu unterstreichen.

Meine Biographie erzählt nämlich nicht nur, was ich bisher gemacht habe, sondern sollte auch Aufschluss darüber geben, wohin ich als Künstlerin/Künstler will.

Die erwähnten Varianten unterscheiden sich dabei nicht massiv, dies würde nur irritieren, sondern ergänzen sich, vermitteln ein geschlossenes Bild.

Leider ist es aber damit noch nicht getan – das Begleitschreiben stellt die nächste Herausforderung dar. Übermittle ich meinen CV mit einem unpersönlichen Mail, nützt mir die Arbeit, die ich in meinen Lebenslauf investiert habe, womöglich gar nichts, weil dieser nicht geöffnet wird.

Insgesamt geht es nicht um Lobhudeleien, die Verwendung von Superlativen oder Name-Dropping, sondern darum einen authentischen Eindruck von mir als Künstlerin/Künstler zu vermitteln. Ähnlich wie bei meinem Fotomaterial, soll sich mein Gegenüber ein Bild darüber machen können, wer derjenige ist, mit dem man zusammenarbeiten wird.

Siehe auch: „Die größten Fehler beim Lebenslauf“