Das „No-money“-Mantra und andere blockierende Glaubenssätze

Wer lange in der Branche tätig ist, hat viel gesehen und erlebt. Neben den Freuden des Berufs, gibt es allerdings auch recht viele Möglichkeiten, Frust anzusammeln. Und wenn man nicht aufpasst, kann sich aus einer kleinen Verletzung eine nicht heilen wollende Wunde entwicklen, die sich in Zynismus und Verbitterung manifestiert.

Es gilt auf die Haltung zu achten, in die Aktion zu kommen, statt mehr oder weniger passiv auf das, was um einen herum passiert, zu reagieren. Kein möglicher Arbeitgeber umgibt sich gerne mit Menschen, die schlechte Energie mitbringen und die Stimmung herunterziehen. Im Endeffekt kann einem das den Weg zu zukünftigen Jobs verbauen.

Mantra 1: Künstler haben kein Geld

Sicherlich ist der Künstlerberuf durch seine Unstetigkeit mit vielen Risiken verbunden und ich möchte hier nichts klein reden. Die Kulturbudgets werden allgemein gekürzt, die Produzenten stehen unter Druck und geben diesen 1:1 an die DarstellerInnen weiter – meist gleich mit dem Ausfallsrisiko im Doppelpack.

Aber: Jeder selbständige Unternehmer steckt in einer ähnlichen Situation, muss seinen Markt bearbeiten, Werbung für sich machen, netzwerken und seine Finanzen im Griff haben. Dass sich KünstlerInnen gerne als die mit den schlechtesten Karten hinstellen, macht jedoch klein und aus der (Opfer-)Rolle des armen Künstlers agiert sich sehr schlecht.

Mantra 2: Die wissen ja eh schon, wen sie nehmen

Ein Zitat, das ich oft höre und jedesmal mit großer Begeisterung zu entkräften suche. Generell frage ich mich, warum diese Annahme DarstellerInnen so leicht über die Lippen kommt. Will ich mir selbst das Leben madig machen? Jeder arbeitet gerne mit Menschen zusammen, die er kennt, von denen man weiß, woran man ist. Aber nichts spricht dagegen, ein so überzeugendes Vorsprechen abzuliefern und andere neugierig darauf zu machen, (erstmals) mit einem zu arbeiten – sei es gleich oder in der Zukunft!

Mantra 3: Früher war alles besser

Ich widerspreche nicht der Tatsache, dass sich die Zeiten geändert haben. In der Nachbetrachtung war früher alles langsamer, persönlicher und erscheint uns dadurch qualitativer. Es bringt aber nichts Gewesenem hinterher zu jammern. Jede Zeit hat ihr Vor- und Nachteile und sowohl die nostalgische Rückschau als auch das Nörgeln an der Gegenwart blockiert mich, aktiv, im hier und jetzt zu leben! Es geht darum, die gegenwärtigen Bedingungen wahr zu nehmen und damit umzugehen.

Natürlich kann jeder individuell für sich entscheiden, was er/sie ablehnt oder nicht braucht. Ich schreibe diesen Blog auf meinem iPhone im Bus. Mir kam der Gedanke, ich konnte ihn gleich umsetzen und ‚zu Papier‘ bringen. Mobilität und Flexibilität ist etwas, das ich – trotz kritischer Betrachtung einiger Tendenzen unserer Zeit – sehr genieße. Dafür bestelle ich keine Bücher bei Amazon, sondern mache mich jedesmal auf den Weg zu meinem Buchhändler.

Es kann daher insgesamt heilsam sein, die Gedanken immer wieder einer kritischen Analyse zu unterziehen, damit unbedacht immer wieder Gedachtes nicht tatsächlich zur traurigen Realität werden.


Fehlt es gerade aktuell an der nötigen Motivation?

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Warum ein Lebenslauf in einer Schauspielkarriere nicht genug ist

Es gibt viele Gelegenheiten, zu denen ich mich als Künstler:in in schriftlicher Form präsentieren muss. Alles was ich aus der Hand gebe, erzählt etwas über mich. Neben dem Fotomaterial ist der Lebenslauf das wichtigste Marketingtool und deshalb sollte dem auch die nötige Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Der klassische CV – langweilig?

Zuallererst denkt man sicherlich an den klassischen Schauspieler:innen-CV: tabellarischer Aufbau. Er ist das A&O für die professionelle Bewerbung und muss primär formale Anforderungen der Branche erfüllen. Hier gibt es ganz klare Regeln, wie er auszusehen hat und welche Dinge man vermeiden sollte.

Und wie schreibt man eine Biographie?

Eine Biographie für ein Programmheft muss da schon ganz andere Kriterien erfüllen. Und die „Über-mich“-Einträge in den Social-Media-Profilen sind dann nochmal etwas anderes.

Als Agentin überarbeite ich die Biographien meiner Klienten spezifisch für jeden Anlass. Manchmal gilt es Dinge explizit in den Vordergrund zu rücken – etwa die langjährige Zusammenarbeit mit einem bestimmten Regisseur – oder Schwerpunkte in der bisherigen Arbeit zu unterstreichen.

Meine Biographie erzählt nämlich nicht nur, was ich bisher gemacht habe, sondern sollte auch Aufschluss darüber geben, wohin ich als Künstler:in will.

Die erwähnten Varianten unterscheiden sich dabei nicht massiv, dies würde nur irritieren, sondern ergänzen sich, vermitteln ein geschlossenes Bild.

Und dann braucht es noch ein knackiges Begleitschreiben für die Bewerbung

Leider ist es aber damit noch nicht getan – das Begleitschreiben stellt die nächste Herausforderung dar. Übermittle ich meinen CV mit einem unpersönlichen Mail, nützt mir die Arbeit, die ich in meinen Lebenslauf investiert habe, womöglich gar nichts, weil dieser nicht geöffnet wird.

Insgesamt geht es nicht um Lobhudeleien, die Verwendung von Superlativen oder Name-Dropping, sondern darum einen authentischen Eindruck von mir als Künstlerin/Künstler zu vermitteln. Ähnlich wie bei meinem Fotomaterial, soll sich mein Gegenüber ein Bild darüber machen können, wer derjenige ist, mit dem man zusammenarbeiten wird.

Siehe auch: „Die größten Fehler beim Lebenslauf“ und „Die Dos und Dont’s für das Bewerbungsschreiben“


Ist es an der Zeit den Lebenslauf auf den neuesten Branchen-Standard zu bringen?

Hättest Du gerne Feedback, wie Dein CV wahrgenommen wird, bzw. was man für einen besseren Eindruck verändern könnte?

Geht es Hilfe beim Begleitschreiben? Was schreibe ich, wenn ich dann mein Material verschicke?

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Benedict Cumberbatch über seinen „Typ“

Im Interview zu seinem neuen Film „Dr. Strange“ definiert Benedict Cumberbatch, nicht ohne Selbstironie, wofür er gecastet wird:

Ich werde entweder als bleicher, arroganter und neurotischer Intellektueller eingesetzt oder als ‚androgyner Typ‘. Anders gesagt: als schlechter Liebhaber. (Kurier, 30.10.2016)


Möchtest Du mehr über Typecasting, Typbestimmung bzw. wie Du Deinen Typ mit Deinem Material kommunizieren kannst, wissen?

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Warum Selbstvermarktung? Unverzichtbares Know-how für die Karriere als Schauspieler:in

Grundlegendes Wissen für den Start im Schauspielbusiness

Während der Ausbildung bewegt man sich unter seinesgleichen – in einem geschützten Raum. Nach dem Abschluss muss man sich mehr oder weniger alleine zurecht finden. Aber wie funktioniert das Leben als Künstler da draußen eigentlich? Was muss ich wissen, wie kann ich mich vorbereiten, wie finde ich meinen Platz?

In den Schulen gibt es keine Vorbereitung auf die Usancen der Branche, was dazu führt, dass auf die Euphorie des Abschlusses ein Vakuum, Stillstand und Selbstzweifel folgen können. Was ist als Nächstes zu tun? Agent ja/nein, welche Audition, kann ich dieses Foto verwenden, schreibe ich diesen Job auf den CV, brauche ich eine Website, was poste ich auf Facebook. Und dann noch die Fragen zu Steuer und Sozialversicherung – alles Dinge, auf die man in den seltensten Fällen vorbereitet ist.

Drehen sich die Fragen der ‚Jungen‘ eher darum, wie man Karriere macht und wie man es anstellt zu Auditions eingeladen zu werden, so sind bei ‚älteren Hasen‘ eher Fachwechsel, Typveränderung, vielleicht ein Karriereknick oder die Suche nach neuen Impulsen Thema.

Unvergleichbare Lebenswege

Die individuelle Künstlerkarriere ist mir bei allem ein großes Anliegen. Lebensläufe sind nicht miteinander vergleichbar.

Auch bei jenen, bei denen es von Anfang an super lief, kann ein Zeitpunkt eintreten, wo’s plötzlich stockt oder gar nicht mehr geht. Gründe können eine Veränderung des Typs, private Ereignisse, die sich wandelnde Branche, oder eine Korrektur der eigenen Zielsetzung sein. Genau dann gilt es wieder seinen eigenen Weg neu zu definieren!

Ein Blog für Schauspielerinnen und Schauspieler

So entstand eine Sammlung aus konkreten Fragestellungen, Tipps und Fakten, Gedanken zum Business, Essenzen aus Gesprächen mit Künstlern und Kollegen, Zitaten und Links. Aus dem tiefen Bedürfnis heraus, nach 20-jähriger Theatererfahrung zu verhindern, dass viele in die selben Pfützen tappen oder die selben frustrierenden Erlebnisse auf ihrem Weg durchleben.

Es geht darum …

  • den Fokus auf jene Dinge zu lenken, die man verändern, an denen man arbeiten kann, anstatt sich über Gegebenheiten Gedanken zu machen, auf die man keinen Einfluss hat.
  • zu erkennen, wie die Branche funktioniert, den Blick auch in der Hinsicht zu erweitern, wie man von anderen wahrgenommen wird. Was man selbst beitragen kann.
  • durch das Handwerkszeug und den roten Faden freier zu werden für das, was dem Künstler am Herzen liegt, anstatt im Wirrwarr verloren zu gehen.
  • schlussendlich seinen individuellen Platz zu finden.

Das sind die Schlüssel, die Türen öffnen und, gepaart mit Talent und Begeisterung, den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere legen.


Möchtest Du Dir den Start auf den (Karriere-)Weg erleichtern?

Die Kondition für den Aufstieg muss jede und jeder selbst mitbringen – bei der richtigen Ausrüstung, dem stärkenden Proviant, dem aktuellen Wetterbericht, der richtigen Wanderkarte und etwas Motivation am Weg kann ich Dich unterstützen. Melde Dich gerne für ein unverbindliches Telefonat:

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