Die Lösung, die sicher hilft…

… oder gibt es das gar nicht, das One-fits-all-Rezept?

Überall begegnet er uns, ‚der Weg‘ zu … . Immer wieder wird uns ‚die Lösung‘ für unser Problem angeboten. Dabei ist es egal, ob es um Fitness, Gesundheit, Ernährung, Liebe oder Karriere geht – oder, aktuell, den Weg durch/aus der Krise. Der Mensch sehnt sich nach der einen (einfachen) Lösung. Der Ratgeber-Markt boomt!

Dieser Tage, war ich als Agentin in einem Schauspielkurs zu Gast, um Fragen zum Schauspielbusiness zu beantworten. Immer wieder hörte ich mich sagen „Es kommt ganz drauf an…“. Vieles lässt sich nicht pauschal beantworten.  Auch die Antwort auf „Wie mache ich Karriere?“ ist somit für jeden unterschiedlich. Die Puzzlesteinchen werden immer wieder anders zusammengesetzt. 

Ein Aufruf zur bedingungslosen Individualität

Ich bin generell eine Freundin der differenzierten Betrachtung von Themen und dem Blick aus der Vogelperspektive. In meinen Beratungen erarbeite ich mit meinem Gegenüber sowohl die Vorstellung, wie die gewünschte Zukunft aussehen kann, als auch was die nächsten Schritte in diese Richtung sein können.

Genauso wie Dinkel oder vegetarische Ernährung nicht automatisch für jede und jeden gut ist, gibt es auch sonst im Leben selten bis nie, die Einheitslösung, den einen Weg. Jeder Mensch hat einen anderen Körper, einen anderen Organismus, eine andere Biographie, andere Erfahrungen und andere Bedürfnisse. Wir dürfen, ja müssen, unser Leben individuell gestalten. 

Vergleiche, Ratgeber und der Input von anderen sind hilfreich als Inspiration und selbstverständlich gibt es dabei auch Aspekte, die für alle gelten können. Was von den vielen Angeboten passt, wie es integriert und umgesetzt werden kann, muss jedoch immer subjektiv überprüft werden.

Gerade jetzt…

Wege durch schwierige Zeiten und persönliche Entwicklungsschritte fordern uns als Person, speziell unsere Kreativität und Flexibilität – sie stärken uns dabei aber gleichzeitig – für die nächste Herausforderung und für den weiteren eigenen Weg. 

In der Beobachtung der letzten Monate hat sich für mich wieder eindrücklich  gezeigt, wie unterschiedlich jede und jeder mit den neuen Bedingungen umgegangen ist und für sich einen guten Weg gefunden hat. Die Ansätze, Lösungen und Herangehensweisen waren vielfältig und dabei gleichwertig gut, weil für denjenigen passend. Nur deshalb hat es funktioniert, nur deshalb stellt sich auch nachhaltig eine Veränderung oder gar Zufriedenheit ein.

So wird die Pandemie nun zur großen Chance. Es wurde für alle gleichermaßen die Pause-Taste gedrückt. Ein Raum entsteht in dem innegehalten, reflektiert, überprüft und Neues angegangen werden kann – all das unter der Prämisse, was hat für mich bisher ‚gepasst‘, wie sehe ich meine Gegenwart und wie möchte ich meine nahe und ferne Zukunft gestalten.

Harte Zeiten …. da und dort liegen die Nerven blank!

Wer hätte damit gerechnet, dass es uns seit heute untersagt ist, das Haus zu verlassen (aktuelle Situation in Österreich), dass Theater und Geschäfte geschlossen und dadurch viele Existenzen wirtschaftlich existenziell bedroht sind.

Alles muss sich neu organisieren: Familie, Alltag, Beruf – wir sind jetzt gefordert, jede und jeder. Jeder Veränderungsprozess ist eine Herausforderung – für die Gesellschaft und auch für jeden Einzelnen.

Vielleicht passiert es aktuell, dass ich mit dem Verhalten einer Person, meines Arbeitgebers, einer Behörde unzufrieden bin, ja mich sogar darüber ärgere. Das ist aus der eigenen Situation sicherlich gerechtfertigt, trotzdem sollten wir den Blick auf das Große Ganze nicht verlieren.

Ich möchte als alternative Option dazu ein paar Fragen in den Raum stellen:

  • Welche Möglichkeiten stehen mir momentan in meinem Handeln offen?
  • Wie kann ich den Ton in der Kommunikation verändern?
  • Was muss ich momentan als gegeben annehmen, wo kann ich in Aktion treten?
  • Wie habe ich die letzte schwere Zeit gemeistert? Was hat mir dabei geholfen?

„Krise als Chance“ mag abgedroschen klingen trotzdem ist die aktuelle Situation eine Möglichkeit inne zu halten, die Verlangsamung wahr zu nehmen und kreative neue Ansätze und Ideen zu entwickeln. Auch auf einer verbrannten Wiese sprießen schon nach kurzer Zeit wieder Blumen…

Es sind alle betroffen – die einen mehr, die anderen weniger. Diejenigen, die momentan noch ganz gut über die Runden kommen, können andere unterstützen und einen Beitrag leisten – und sei es auch „nur“ mit guter Energie.

Vertrauen ist das nächste Wort, das mir in den Sinn kommt. Vertrauen, in Staat und Gesellschaft, Vertrauen in Menschlichkeit und Solidarität, Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten Krisen zu überwinden. Denn mit Sicherheit hat jede und jeder von uns schon schwere Zeiten im Leben gehabt und ist, vielleicht auch gestärkt, aus ihnen hervorgegangen!

Angebot:

Barbara Füreder hat eine wunderbare Initiative gestartet: Sie hat unter dem Titel „miteinander füreinander“ einen Experten- und Ressourcenpool zusammengetragen der Online-Beratung zu den unterschiedlichsten Themenbereichen anbietet. Ich freue mich, ein Teil davon zu sein! Mehr unter:  https://www.wunderwerkstatt.org